Grundversorgungsinitiative: Medizinische Grundversorgung auch für die Landbevölkerung

Mit der Grundversorgungsinitiative will eine Gruppe besorgter Bürger sicherstellen, dass die medizinische Versorgung auch in den Landregionen des Kantons St.Gallen gewährleistet bleibt, wie dies in der Kantonsverfassung vorgeschrieben ist. Die Spitalstandorte sollen gesetzlich festgehalten werden. Damit die Grundversorgung in den ländlichen Regionen gewährleistet bleibt, auch die Spitalstandorte Walenstadt und Wattwil. So hat die Stimmbevölkerung das letzte Wort zu den Standorten. Auf die teure Sanierung des Spitals Wil ist zu verzichten. In Wil reicht ein Gesundheits- und Notfallzentrum.
 

Spitallandschaft:
Es braucht Veränderungen

Aufgrund der stetig steigenden Kosten im Gesundheitswesen, der rasanten Spezialisierung in diversen Bereichen der Medizin und vor allem der massiven Fehlplanung der letzten Jahre ist dringender Handlungsbedarf im St. Galler Spitalwesen angezeigt. Es ist klar, dass Massnahmen ergriffen werden müssen. Die Stossrichtung der Strategie "4plus5" der Regierung ist nicht grundsätzlich falsch, jedoch berücksichtigt sie die Anliegen der ländlichen Bevölkerung zu wenig.

Die Regierung ignoriert die eigene Vernehmlassung!

Bis zum 20. Dezember lief ein Vernehmlassungsverfahren zu dieser zukünftigen Spitalstrategie im Kanton St. Gallen. Zahlreiche Organisationen, Parteien und Privatpersonen haben am Vernehmlassungsverfahren teilgenommen. Nun sollten die Ergebnisse ausgewertet werden und in die überarbeitete Spitalvorlage einfliessen.

Am 10. Januar wurde aber bekannt, dass die Regierung insgeheim bereits anderweitig Tatsachen schafft für den Standort Wattwil. Das Toggenburg und die Landbevölkerung generell sollte mit dem Vernehmlassungsverfahren offensichtlich nur hingehalten werden, während in den Hinterzimmern bereits Dinge beschlossen werden, die einen Weiterbetrieb des Spitals in Wattwil verunmöglichen.

Die Regierung wollte zudem aus abstimmungstaktischen Gründen den Spitalstandort Wil niemals zur Diskussion bringen. Mit einer Betrachtung über die Kantonsgrenzen hinaus ist das aber notwendig: Die Spitäler Frauenfeld, Winterthur, Herisau und St. Gallen decken das Einzugsgebiet des Spitals Wil bestens ab. Ohne Spital Wattwil kann der Kanton St. Gallen aber im Toggenburg keine genügende Gesundheitsversorgung garantieren. Aufgrund dieser Ausgangslage fühlen wir uns zu drastischen Forderungen gezwungen. Die Strategie "4plus5" ist notwendig und grundsätzlich richtig, nur muss das Spital Wattwil erhalten bleiben, nicht das Spital Wil.

Aufruf: «Spital Wattwil erhalten, Spital Wil schliessen»

Wir stellen deshalb folgende Forderungen an die Regierung des Kantons St. Gallen:
  • Wir fordern die Regierung auf, die Vernehmlassungsantworten zu ihrer Spitalstrategie seriös zu bearbeiten. Zahlreiche Vernehmlassungsantworten haben gefordert, dass in Wattwil weiterhin ein Spital betrieben wird und stattdessen der Standort Wil aufgelöst bzw. in ein Gesundheits- und Notfallzentrum (GNZ) umgewandelt wird.
  • Wir fordern deshalb die Regierung auf, dem Kantonsrat eine Variante der Spitalstrategie zu unterbreiten, bei welcher der Standort Wattwil weiterhin als Spital betrieben wird, der Standort Wil aber nicht mehr weiter als Spital genutzt wird.
  • Eine Veräusserung des Spitals Flawil soll unter diesen Umständen neu geprüft werden.
Nur wenn diese Forderungen erfüllt werden, kann der Kantonsrat in diesem Frühling seriös über eine überarbeitete Spitalstrategie befinden.